Jameda verliert die Top-Platzierung

In der Vorinstanz war eigentlich schon alles klar (PharmaFlash berichtete im April dieses Jahres, hier):
(Tenor:) Der normale Nutzer erkennt nicht, dass der oberste Eintrag in der Ärzteliste ggf. gekauft ist. Das Oberlandesgericht sah das in der Berufung wohl genauso, so dass jameda kurz vor Schluss das Rechtsmittel zurückzog und die Entscheidung damit faktisch akzeptierte (Meldung hier). Die mehrheitliche Burda-Tochter (über Tomorrow-Focus) jameda nimmt Stellung:

stop so geht es nicht

stop so geht es nicht

»Es war nie die Absicht … darüber hinwegzutäuschen, dass es sich bei der „Top-Platzierung“ um einen kostenpflichtigen Eintrag handelt.« Ein Blick auf die Homepage

Neues Kleid – responsiv

Endlich ist es soweit: PharmaFlash gönnt sich eine neue Oberfläche.

Neubau

Neubau

Die alte war etwas in die Jahre gekommen und technisch nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Vor allem war das ehemalige Layout nicht »responsiv« und damit auf mobilen Geräten schlechter lesbar. Mal sehen, wie lange die renovierte Oberfläche ihren Dienst versehen kann, ihr Vorgänger kommt auf eine Lebenszeit von ca. fünf Jahren.

Staunen: stimmt die Google-Gesundheit-Statistik?

Angeblich löst Google ja (fast) alle Probleme der modernen Zivilisation. Der oft als „Datenkrake“ gescholtenen Internet-Gigant ist deswegen selbst Gegenstand vielfältiger Untersuchungen. Erstaunliches brachte nun eine Statistik der Central Versicherung an den Tag:

Statistik

Statistik

Demnach führt die Hitliste der gesuchten Krankheitsbilder ausgerechnet die eher altbacken erscheinende Schilddrüsenvergrößerung an, mit weniger als halb so vielen Hits gefolgt von den erwarteten Kandidaten Diabetes und (als „Tabu“) Hämorrhoiden. In den Top 10 weiterhin: Magenschleimhautentzündung (!?) auf Platz 4, folgend u.a. Magersucht, Neurodermitis, ADHS, Depression. Ausgewertet wurde nach eigenen Angaben ein Jahr Suchmaschinenhistorie.
Die Platzierung der Schilddrüse und des Magens erstaunen doch sehr – die Erläuterungs von Central-Gesundheitsmanager Dr. Markus Homann, „Die Ursachen der Schilddrüsenerkrankung sind ebenso vielfältig wie die Therapieansätze. Damit sind

Angebote: Brust – OP mit Ablaufdatum und STD-Dating

Die Redaktion erhält eine Menge Presse- und Werbemitteilungen, die – wir leugnen es nicht – zu einem erheblichen Teil in der (elektronischen) Ablage P (= Papierkorb) landen. Doch in den letzten Tagen kamen zwei herein, deren Inhalt wir dem Leser nicht vorenthalten möchten.
Zum einen geht es um die „Flirt-App“ Hift.
Mit dieser finden laut Eigenbeschreibung User mit Geschlechtskrankheiten („STD“ – gemeint sind „sexuell übertragbare“: Herpes, HSV, HPV, HIV (sic!) und andere) nach dem Tinder-Prinzip zusammen. Neben dem „passenden Profil“ gibt es auch Unterstützung und die Möglichkeiten einer Community.
Zum anderen (Zitate) „können sich ab sofort Berlinerinnen in der Mittagspause statt sich einen Snack oder Yoga-Kurs zu gönnen, einer Brustvergrößerung unterziehen. Dank Kochsalz-Injektion gibt es den perfekten Busen für einen Tag und eine Nacht ganz ohne Operation in nur 20 Minuten …

... mit oder ohne Partner

… mit oder ohne Partner

Der Zauber ist von kurzer Dauer: 24 Stunden, danach wandelt sich der pralle Traumbusen in den Ausgangszustand zurück …(brust24.com)“ Der „US-Beautytrend Insta Breasts“ erreicht damit Deutschland. Findet die Frau Gefallen

Nadelsuche im Heuhaufen leichter gemacht

In den wissenschaftlichen Bibliotheken schlummern enorme Wissensberge, dem gerade dort wohl zurecht vermuteten Veröffenlichungs-Overhead und Impact-Factor-Hype zum Trotz. Bisher fielen die Kataloge nicht durch effiziente und Up-to-date-Recherchemöglichkeiten auf und waren ein Gräuel, was den Online-Zugriff angeht.

Nadel im Heuhaufen

Nadel im Heuhaufen

Um dennoch die Schätze der Gesundheitswissenschaften zu heben, die ja aufgrund der Datenbanktechnik und Print-Verschlagwortung eben nicht von Google und Co. erreicht werden, gibt es nun eine neue Einstiegsseite. Im aktuellen Responsive-Design auch von mobilen Geräten nutzbar, erlaubt LIVIVO eine komfortable Suche.
Besonders angenehm: ein Schwerpunkt liegt auf deutschen Quellen, die sonst sehr zäh zu finden sind. Livivo ersetzt nach Überwindung der „Kinderkrankheiten“ die bestehen Einstiegspunkte MEDPILOT und GREENPILOT und wird von der Kölner ZBMed (Deutsche Zentralbibliothek für Medizin). Ein kleines Manko

Peinlich – Vermeidbarer Ausrutscher

Kaum hatte PharmaFlash in seiner letzten Meldung (hier) von gerichtsnotorischer „nicht ausreichend gekennzeichneter Werbung“ berichtet, tappt das nächste etablierte Unternehmen in die Falle „Schleichwerbung“. nach jameda.de geht es nun um netdoktor.de, einem der am längsten am Markt erfolgreichen Gesundheits-Portale, das (bisher?) tadellos seriös gearbeitet hat.

Ausgerutscht

Ausgerutscht

Netdoktor ist heute Teil der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck (u. a. Macmillan, anteilig Die Zeit).
Der Vorwurf lautet: Artikel wurden mit Websites verlinkt, auf denen für Produkte gegen Haarausfall und Aknemittel geworben wurde, letztere seien aber nicht als Anzeigen gekennzeichnet gewesen (z. B. Akne-Ratgeber, Beiersdorf).
Laut Meldung der Süddeutschen räumte die Anwältin der Beklagten den Sachverhalt grundsätzlich ein, meinte aber: