Die Katze schnurrt weiter …

Was vielen Beobachtern wie ein kurfristiger Marketing-Gag erschien, beweist nun augenscheinlich Stehvermögen. Auch PharmaFlash berichtete im November 2012 eher ironisch-skeptisch (siehe hier) über die Katzenschnurr-Therapie, die – Zitat – ein Mittel gegen Rückenschmerzen, Lendenwirbelproblemen und Arthrosen darstelllen und sogar Doping überflüssig machen soll. Doch keineswegs verschwand das heilende Kätzchen im esoterischen Nirvana, sondern im Gegenteil legte „eine wissenschaftliche Studie“, erstellt durch den Entdecker der Therapie selbst, jetzt nach: Diese beweist, dass das Lungenvolumen bis zu 30 Prozent dauerhaft ganz ohne Medikamente erhöht wird.

Auf der Homepage finden sich weitere (angebliche?) Fähigkeiten des „evolutionserprobten Verfahrens, das sicher und gefahrlos wirkt“, leider aber immer noch keine Preisangaben (wir haben jedenfalls keine gefunden). Eine Recherche mit den üblichen Suchmaschinen findet

Befreiungsschlag – auch Gesundheitsdienstleister sollen helfen

Die Situation des Internet-Pioniers Yahoo wird oft mit den wenig erbaulichen Zusätzen „angeschlagen“ oder „auf dem absteigenden Ast“ umschrieben: sinkende Reichweiten, sinkende Kundezahl, sinkende Erlöse – die Marktmacht von Google ist erdrückend.

Einen kleinen Befreiungsschlag soll nun die Kooperation mit dem Bewertungsportal yelp bringen: die Yelp-Einträge werden direkt bei den Suchergebnissen auftauchen. Der Nutzer erspart sich somit weiteres Recherchieren und hat einen höheren Mehrwert.
Die Kooperation gilt als Versuch, der enttäuschenden Partnerschaft mit Microsofts Suchmaschine Bing zu entkommen (siehe die Meldung hier).
Yelp ist relativ stark

Insolvenz – Pharma ist noch nicht mobil-reif?

Kurz vor Weihnachten, am 17. Dez. 2013, und damit im Glühwein- und Geschenke-Trubel leicht zu übersehen, kam die Meldung, dass die Walsroder
Juwi MacMillan Group einen Insolvenzantrag stellen musste. Die Homepage selbst erscheint noch auf dem Marketing-Stand, als sei „alles wie immer in Ordnung und die Geschäfte und die Produkte sind innovativ und klasse.“ Das ist allerdings in solchen Situationen üblich, weil niemand mehr irgendwelche Aktualisierungen einpflegt.

Hintergrund der Insolvenz sind „Schwierigkeiten bei der Refinanzierung und der Zahlungsausfall eines Großkunden.“ Das erstere übersetzt der BWL-Laie so: die Banken geben keinen Kredit mehr, die Gesellschafter schießen kein Geld mehr zu. Interessant wäre die Antwort darauf, wer der genannte Großkunde ist und warum dieser nicht zahlt. Spekulation: ein Pharma-Unternehmen aus der Referenzliste kann es kaum sein, von Schwierigkeiten dieser Player hätte man gehört. Liegt beim Produkt „ayeQ App“, das vielfältige Marketing-Funktionen ermöglichen soll, der Hase im Pfeffer? Und damit gleich die nächste Frage, ist das Tochterunternehmen ayeQ GmbH auch von der Insolvenz betroffen? Dies war auf die Schnelle nicht zu ermitteln.
Zu vermuten ist leider so oder so, dass es für die ca. 50 Mitarbeiter nicht so rosig aussieht. Und für die Anbieter von Apps und/oder elektronischen, web-gestützten Vertriebshilfen aller Art im Bereich der Pharma-Unternehmen: es ist schwierig. Noch ist augenscheinlich die vollständig mobile Technik nicht in der Branche angekommen.

Nachtrag Feb. 2014
Aus der Insolvenz der Juwi MacMillan Group Ende 2013 konnten zwei Unternehmensbereiche ausgegründet werden. Damit werden ca. 20 der 50 ehemaligen Angestellten übernommen, der Insolvenzverwalter zeigte sich damit zufrieden (Meldung hier).
Durch die Management Buy Outs entstanden zum einen die „JuwiMacMillan Englert Medical Marketing GmbH“ (Marketing- und Business-Lösungen), zum anderen die „Raqcuisine GmbH & Co. KG“ (Hosting von Kundendaten).

Die Datenschutz-Falle

Kurz vor der Verabschiedung in die Weihnachtspause soll ein unangenehmes und ärgerliches Thema für alle Online-Verantwortlichen angesprochen werden. Jedes ernstzunehmende Unternehmen mit eigener Website erfasst auf seiner Website mehr oder weniger Daten der Besucher (User-Tracking); solche Daten sind bekanntlich Gold wert. Platzhirsch dieser Lösungen dürfte Google Analytics sein.

Doch gibt es ernstzunehmende Bedenken, dass der Nutzer gegen seinen Willen ausgespäht wird (einen hier zu erwartenden Seitenhieb „NSA“ lassen wir jetzt). Aus diesem Grund waren die Tracking-Lösungen ein Dauerthema für Datenschutzbeauftragte. Inzwischen ist es etwas ruhiger geworden, oder täuscht das?
Google Analytics selbst fordert in seinen Nutzungsbedingungen, dass der Website-Besucher mit einem Klick die Auswertung verhindern kann. Der Umweg über eine Browser-Plugin kann ihm nicht abgefordert werden, siehe hier oder hier.
Doch eine schnelle Suche nach der Phrase „können die Erfassung durch Google Analytics verhindern“ (natürlich über Google :-) bleibt auf sehr vielen Seiten ohne Ergebnis. Damit bewegen sich diese Anbieter auf möglicherweise dünnem Eis, siehe hier oder hier.
Auf pharmaflash.de findet sich (selbstverständlich !?) die ausdrücklich datenschutzkonforme Lösung der Analytics-Alternative piwik, siehe hier.

Gesunde Apps: oft null Nutzen

Für Smartphones soll es mehr als 97.000 deutschsprachige Apps aus dem Themenbereich „Gesundheit“ geben (siehe dazu und zum folgenden auch hier). Diese Zahl überstiege sogar die englischsprachigen, wenn es denn so einfach wäre. Viele dieser Anwendungen sind auf den ersten Blick völlig belanglos und/oder haben nichts gesundheitsrelevantes zu bieten.

Ein eigener Blick auf irgendeinen der einschlägigen Kataloge lässt zweifeln: was hat z.B. eine „Runtastic Mountain Bike“ – App mit Gesundheit zu tun? Sie zählt die Kilometer einer Radl-Tour und bietet Kartenmaterial – der Zusammenhang mit Fitness ist zwar irgendwie gegeben, aber ist es damit eine Gesundheits-App? Ein weiteres Beispiel „Instant Heart Rate“: misst die Herzfrequenz, indem eine Finger von der Kamera „durchleuchtet“ wird. Sogar ziemlich gut, wie der Tester meint, aber „mit plus minus fünf Schlägen je Minute“ Abweichung. Das könnte schon fast bedenklich sein.
Der zitierte Untersucher meint denn auch: „Der Nutzen … kann von Laien in der Regel nicht beurteilt werden. Ob dies in Einzelfällen eine Gefahr

CME – online ist es schwer

Erstaunlich viele Anbieter tummeln sich in Deutschland im Bereich der Online-CME (continuous medical education). Da das Sammeln bestimmter CME-Punktzahlen für Ärzte weithin verpflichtend ist, erhofften sich diese Unternehmen ein sicheres Geschäft. Doch (natürlich) zahlen Ärzte nach wie vor nur sehr zögerlich, Sponsoring – sprich Präsentation durch Pharmaunternehmen – ist und bleibt die vorrangige Einnahmequelle.

Doch nicht wenige Anbieter bestehen nur noch aus einer leeren Web-Hülle und der Kreis lichtet sich weiter: www.my-cme.de hat die ärztliche Fortbildungsplattform ArztCME übernommen.
Damit entsteht nach eigenen Worten einer der größten verlagsunabhängigen CME-Plattformen. my-cme startete vor acht Jahren als Projekt von health&media aus Darmstadt und der