Autor: PharmaFlash

Spät, aber nicht zu spät: Deutschland bewegt sich

Galileo Galilei sagte (angeblich) nach seiner Schweigeverpflichtung: „und sie [die Erde] bewegt sich doch!“ Wie wir heute wissen, hatte er damit recht. Viel zu wenig dagegen bewegen sich bekanntermaßen die deutschen Bürger, was zu mancherlei gesundheitlichen Problemen führen kann. Um diesem Mißstand abzuhelfen, hat eine große Krankenkasse (die Barmer-GEK) die Aktion „Deutschland bewegt sich“ ins Leben gerufen. Mit großem Erfolg zwar, aber leider ohne die entsprechende Domain.

Das wurde nun nachgeholt, die Barmer GEK hat „deutschland-bewegt-sich.de“ gekauft; gezahlt wurden

Marketing vs. Spam, Double-Opt-In

Unangeforderte E-Mails sind eine der Plagen des Internets, aus gutem Grund sind sie bis auf ganz wenige Ausnahmen nicht zulässig. Daher lässt der Unternehmer oder Dienstleister sie rechtssicher (?) nach dem „Double-Opt-In“-Verfahren ausdrücklich anfordern. Vereinfacht: der Empfänger bestätigt in einer zweiten Mail sein Einverständnis. Allerdings: die erste Mail kommt in dieser Variante noch ohne Anforderung bzw. erfolgte über die Website des Anbieters.

In einem aktuellen, noch nicht rechtskräftigen Urteil des OLG Münchens (Az.: 29 U 1682/12; PDF hier), wurde der Versender teilweise erfolgreich abgemahnt, da er nicht eindeutig nachweisen konnte, die Mails mit der Einverständnis erhalten zu haben bzw. den Absender eindeutig identifizieren zu können.
Die Kommentare der Fachverbände (zB hier) fallen erwartungsgemäß nicht sehr erfreut aus: einerseits soll jetzt doch die IP-Adresse gespeichert werden, andererseits

Es kann nur einen geben? Medscape‭ vs. Univadis

In diesen Tagen eröffnete medscapemedizin.de (medscape.de ist schon belegt!?) seinen deutschsprachigen Ableger. Nutzer des US-Services medscape.com können ihr bekanntes Login behalten, um damit auf die deutschen Inhalte zuzugreifen.

Geboten wird durchaus seriöser, kompetent aufbereiteter Inhalt (soweit auf die Schnelle erkennbar) aus fast allen medizinischen Fachgebieten für Fachkreise. Der neue Dienst greift damit den bisherigen Platzhirschen univadis.de an, der von MSD unterstützt wird – beide Angebote sprechen mit ähnlichen Konzepten ähnliche Zielgruppen an. Zur Redaktion des

Katzenschnurren macht gesund

Was es nicht alles so gibt. Ein österreichisches Unternehmen bietet ein Mittel gegen Rückenschmerzen, Lendenwirbelproblemen und Arthrosen – Zielgruppe und potentieller Kunde dürfte damit (fast) jeder über 40 sein. Aber auch bei „verstopfenden Atemwegen, Atmungsstörungen bei Asthma und Lungenerkrankungen mit massiver Schleimbildung“, ja sogar bei Leistungsschwäche hilft, aufgemerkt, die Katzenschnurr-Therapie (Pressemitteilung hier).

Es ist leider auf der Website nicht zu erkennen, wie das Gerät aussieht oder angewandt wird und leider gibt es auch keine Preisangabe

Gelder für Bewerter: docinsider, yelp und qype

Man muss sich ja manchmal wundern, wie die zig Bewertungsportale im Allgemeinen und die Arztbewertungsportale im Besonderen auf die Dauer überleben wollen. Bezahlte Einträge schmecken dem Nutzer gar nicht und zuviel Werbung tut sich sowieso schwer. Die Zielgruppe ist mit kleinen mobilen Geräten unterwegs, da ist kaum Platz für die üblichen Banner.

Aktuell gibt es zwei Beispiele, wie es weitergehen kann: frisches Geld oder Fusion. Eine Kapitalerhöhung „in sechsstelliger Höhe“ führte www.DocInsider.de durch, das inzwischen nach eigenen Angaben die Gewinnschwelle erreicht hat. Die Gesamtinvestitionen seit der Gründung im Jahre 2007 liegen damit im mittleren einstelligen Millionenbetrag. Zu den zwölf Gesellschaftern zählen u.a. in der Szene bekannte

Risiko, Falschbehandlung? Test vs. DrEd

Immerhin ein halbes Jahr hat es gedauert, bis die nicht unerwartete Warnung kam. Die Stiftung Warentest rät davon ab, sich von „der von deutschen Ärzten von London aus betriebene Online-Praxis namens DrEd“ behandlen zu lassen“. PharmaFlash berichtete im November des letzten Jahres vom Start dieser Plattform (hier, siehe dazu auch hier), und fragte sich, wann wohl der erste Querschuss kommt.

Das knappe und vernichtende Fazit von test.de, gewonnen mittels zweier Scheinanfragen: „Reale Patienten gehören nicht in eine virtuelle Arztpraxis. Das Risiko einer Falschbehandlung ist immens.“
DrEd, inzwischen auch in der Schweiz und in Österreich aktiv, reagierte mit einem offenen Brief, in dem die Vorwürfe detailliert sowohl medizinisch als auch juristisch zurückgewiesen werden. Zitat: “ … Risiken einer Behandlung durch DrEd entstehen im Wesentlichen durch böswillige und gezielte Täuschungen …“
Laut eigenen Angaben wurde der Dienst von Oktober 2011 bis ca. Juni „von mehr als 15.000 Patienten besucht“. Schnell gerechnet