Risiko, Falschbehandlung? Test vs. DrEd

Immerhin ein halbes Jahr hat es gedauert, bis die nicht unerwartete Warnung kam. Die Stiftung Warentest rät davon ab, sich von „der von deutschen Ärzten von London aus betriebene Online-Praxis namens DrEd“ behandlen zu lassen“. PharmaFlash berichtete im November des letzten Jahres vom Start dieser Plattform (hier, siehe dazu auch hier), und fragte sich, wann wohl der erste Querschuss kommt.

Das knappe und vernichtende Fazit von test.de, gewonnen mittels zweier Scheinanfragen: „Reale Patienten gehören nicht in eine virtuelle Arztpraxis. Das Risiko einer Falschbehandlung ist immens.“
DrEd, inzwischen auch in der Schweiz und in Österreich aktiv, reagierte mit einem offenen Brief, in dem die Vorwürfe detailliert sowohl medizinisch als auch juristisch zurückgewiesen werden. Zitat: “ … Risiken einer Behandlung durch DrEd entstehen im Wesentlichen durch böswillige und gezielte Täuschungen …“
Laut eigenen Angaben wurde der Dienst von Oktober 2011 bis ca. Juni „von mehr als 15.000 Patienten besucht“. Schnell gerechnet

medquarter.de am Ende: Offline

Nach vier Jahren (siehe die damalige PharmaFlash-Meldung hier) kam das schnelle (aber nicht unerwartete?) Ende. Eine Woche vorab mit einer knappen Mail an die eingeschriebenen Nutzer angekündigt, ist seit Anfang Juli medquarter.de vom Netz; trotz erheblicher Investition in etablierte Agenturen und zB einer persönlichen Befragung einiger Nutzer vor Ort zu ihren Verbesserungsvorschlägen.

Medquarter wollte an der „Schnittstelle zwischen Healthcare Professionals und Industrie hochseriöse und effiziente Kommunikation“ bieten, u.a. mit einem Forum, einem Literaturdienst sowie Fachbeiräten.
Augenscheinlich war die Akzeptanz zu gering, die optimistischen Pläne nicht zu halten. In den USA ist der in Japan aus dem Umfeld von Sony gestartete Anbieter erfolgreich. Auch hierzulande durchaus bekannt betreibt er dort zB

Healthness Studie mit Geschwurbel

Jeden Tag prasselt eine Menge Presse- und/oder PR-Meldungen auf den PharmaFlash-Redakteur ein. (Fast) Alle werden zumindest überflogen, nur bei wenigen bleibt was hängen – leider nicht immer positives sein. Ein Beispiel für eine meiner Meinung nach kontraproduktive PR-Mitteilung ist die der Zukunftsinstitut GmbH – Internationale Gesellschaft für Zukunfts- und Trendberatung
 – für ihre Studie „Healthness.“

Da reihen sich doch eine Menge von sinnlosen oder albernen Marketing-Sprech-Phrasen aneinander und erzeugen ein (schon wieder lesenswertes?) Werbung-Geschwurbel: „Dennoch ist Gesundheit als Thema allgegenwärtig und durchdringt alle Bereiche unseres täglichen Lebens.“ „Gesundheit wird zum sinnstiftenden Element der Gesellschaft.“ „Smarte Technologien treiben die Demokratisierung von Gesundheit voran“ (die beiden letzten Thesen müssen aber

Schnell verstorben – Googleplus

Das augenscheinlich als Konkurrent zu facebook gestartete Google+ ist – bevor es überhaupt gelebt hat – schon tot. Das meint jedenfalls RJ Metrics in einer Studie herausgefunden zu haben (die deutsche Zusammenfassung hier, der ausführliche us-englische Originalartikel hier.

Einige Schlagworte daraus: „Gescheitertes Projekt“, „… als soziales Netzwerk tot“, „Fehlschlag“. Sinngemäß: „ohne aufgezwungene Anmeldungen wäre noch weniger los“, „fast ein Drittel der Nutzer, die einen öffentlichen Eintrag schreiben, verfassen nie einen zweiten.“
Objektivieren lässt sich das Studienergebnis nicht, da Google sich nicht in die Karten schauen lässt. PharmaFlash, der investigative Blog :-) klickte geschwind eine Auswahl an Homepages mit Pharma-Bezug an, hier das nicht repräsentative Studienergebnis:

Praxissuche mit Schranken

Noch ein Online-Angebot mit einer Arztsuche startet seine Dienste: vdek-arztlotse.de. Wie der Domain-Bestandteil vdek für „Verband der Ersatzkassen“ schon andeutet (deren Homepage ist hier und nicht hier – letzteres sind die Deutschen Edelkatzenzüchter und -liebhaber), handelt es sich um einen Service von Barmer, Techniker & Co.

Dieser hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Suche nach Ärzten zu ermöglichen, die besonders auf Menschen mit Behinderungen eingerichtet sind. Beispiel: Praxis ist ebenerdig und/oder für Rollstuhlfahrer gut zu erreichen, Blindenführhunde etrlaubt etc.
An sich sehr lobenswert, aber noch nicht 100% fertig. Zum einen finden sich auf einzelne Anfragen noch technische Fehler „script produced no output“, was aber hinnehmbar ist. Zum zweiten ist die Schriftgröße nicht zu verändern, diese Funktion ist jedenfalls

Kurier-Muster – Warum tun sich Pharma Big-Player das an?

Pharmaunternehmen bekommen von allen Seiten mediale Prügel, bei vielen Publikationen liegt das Pharma-Bashing im Trend. Da werden sicherlich manchmal Ameisen zu Elefanten aufgeblasen, doch in diesem Fall fasst man sich an den Kopf: Wie konnte das einem Big-Player passieren?

Der unstreitige Sachverhalt zusammengefasst, Einzelheiten im Spiegel der sich wiederum teilweise auf das „arznei-telegramm“ beruft: Bayer sandte an niedergelassene Praxen Muster eines neuen Medikamentes, das diese allerdings vorher nicht angefordert hatten, was nach den einschlägigen Vorschriften aber zwingende Voraussetzung wäre. Der „Trick“: die Musterpackung – lilafarben, wie der Spiegel berichtet – kam per Kurier in die Praxis, der sich zuerst eine Anforderung und dann sofort den Empfang quittieren ließ. Die Stellungnahme Bayers