Autor: PharmaFlash

Gesundes Fernsehen im Internet

Noch im letzten Newsletter fragte sich die Redaktion, wann endlich die Homepage des am 1. April startenden Deutschen Gesundheitsfernsehens DGF online geht. Jetzt ist sie da, dort finden sich auch Erläuterungen zu geplanten Formaten. Das Free-TV-Programm können über Satellit vorerst ca. acht Millionen Haushalte empfangen; das nach eigenen Angaben “interaktive Internetportal rund um den äußerst dynamischen Wachstumsmarkt für Heilberufe und Krankenversicherte” ist für alle da.
Zielgruppe sind alle von 14 bis 89 Jahren, die rund um die Uhr Beiträge geboten bekommen wie “Machen Hamburger wirklich dick?” oder “Müssen es immer Pillen sein?” Bei der Themensuche berät die Bundesärztekammer; das Geld kommt über Spots, Channelpartnerschaft, Titelsponsoring und Telepromotions. Die Pharmaindustrie soll keinen Einfluss auf die Inhalte nehmen dürfen. Ausdrücklich genannter Mitbewerber ist das Pay-TV-Angebot “Focus Gesundheit”.

Vielleicht geht es so weiter

Bei der zweiten Konferenz der Financial Times Deutschland zur Gesundheitswirtschaft wurden zehn Unternehmen im “Ideenpark” präsentiert, die mit ihren “innovative Geschäftsmodellen überzeugen, die das Potential haben, das Gesundheitssystem zu verbessern, die Effizienz steigern und zugleich die Qualität der Patientenversorgung.” Darunter sind vier mit starkem Online-Bezug.
www.xx-well.com mit 180.000 registrierten Nutzern, die automatisch erstellte Tipps für einen gesünderen Lebenswandel erhalten.
Das Telemedizin-Portal des Evangelischen Krankenhauses Düsseldorf, welches mit niedergelassenen Ärzten, Pflegediensten und Rehaeinrichtungen vernetzt. Dort können Entlassungsbriefe, Medikationshinweise, Diagnosen oder Befunde abgefragt und Termine sofort online gebucht werden.
Über das “Epnet” der Hamburger Uniklinik Eppendorf können Patienten ihre Laborwerte, OP-Berichte, Diagnosen und Röntgenbilder abrufen. Sie erhalten dazu Kennwort und einen Zugangsschlüssel.
Im Projekt “Smart Care NRW” will man mit durch Monitoring den Pflegebedarf eines Kranken schnell feststellen. Sensoren in der Wohnung zeichnen die Verhaltensmuster der Patienten auf und sammeln Warnhinweise. Denn weder Angehörige noch ambulante Pflegedienste können pflegebedürftige Patienten rund um die Uhr beobachten.

Gesundes Fernsehen

Die Deutsche Gesundheitsfernsehen GmbH i.G. erhielt die zehnjährige Zulassung für die deutschlandweite Verbreitung eines ganztägigen digitalen Programms über den Satelliten Astra www.kek-online.de/cgi-bin/resi/i-presse/444.html Ab April spricht das Pragramm die Zielgruppe Ärzte und andere Gesundheitsberufler sowie ein “an Gesundheitsthemen interessiertes Publikum” an. Im Internet (Anm. der Red.: Wo? Eine Homepage haben wir heute, sechs Wochen vor dem geplanten Start, nicht gefunden. Wer kann uns helfen?) sollen ergänzende Infos und Teile des Programms zum Download bereit stehen Die Anteile hält zu 85% die Elmshorner Avantaxx Innovation Beteiligung Verwaltung AG den Rest der Geschäftsführer Gerhard Berger, bekannt durch 3 vor Mitternacht, ZAK und Stern TV. Man kann nur das Beste wünschen. Im Jahr 1998 startete mit “PRO SALUTE – Das Gesundheitsfernsehen” www.kek-online.de/cgi-bin/resi/i-presse/5.html ein Satelliten-Versuch ohne durchschlagenden Erfolg.
Ebenfalls auf Sendung geht Uro-TV der MedCon Health Contents AG. Das rein webbasierte Format berichtet tagesaktuell über (inter-) nationale urologische Fachkongresse. Erreicht werden 3.800 Urlogen. Ganz auf der Höhe der technischen Entwicklung werden die Inhalte als auch Podcast angeboten.

In eigener Sache: Abmahnung

Nach dem vorletzten Newsletter flatterte der PharmaFlash GmbH eine Abmahnung ins Haus, der Link unten // entfernt, die Red. // weist auf die vom Netz genommene inkriminierte Meldung. Um kein finanzielles Risiko einzugehen, wurde der Inhalt entfernt; die Redaktion nimmt von einer weiteren Verbreitung Abstand. Ob dieses Ereignis Teil der allgemeinen Abmahnwelle im deutschen Internet auch und gerade gegen so genannte “kleine Fische” ist – Infos u.a.hier: www.abmahnwelle.deoder www.focus.de/digital/netguide/weblogs_nid_41343.html -, vermag die Redaktion nicht zu beurteilen. Inhaltlich, so viel darf trotz Verpflichtungserklärung verraten werden, ging es um den Einsatz des Mediums Fernsehen im Gesundheitswesen. Und noch etwas: Die in der obigen Meldung genannten Unternehmen haben nichts damit zu tun.

Aktuelles im Februar 2007

Das als multi-linguale Gesundheitsportal, insbesondere Preisvergleichsportal für zuzahlungsfreie Arzneien und Medikamente, gestartete www.medizin-markt.eu bietet nach seinem Start im Herbst letzten Jahres sein Haupt-Menü in fünf Sprachen. Die allermeisten Anbieter kommen aus Deutschland.
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www.onmeda.de vereinbarte eine umfassende Content-Partnerschaft mit dem Microsoft-Portal für die Gesundheitsrubrik. Trotz des guten Lizenzgeschäftes generiert onmeda mehr als die Hälfte seiner Erlöse über die Werbevermarktung, hier wird auch das größte Potential gesehen.
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Die Compugroup mit u.a. den Praxis-EDV-Systemen Medistar, turbomed und der Info-Datenbank ifap möchte an die Börse. Dort ist sie zwar schon mit einem minimalen Streuanteil vertreten, doch jetzt will z.B. der Großaktionär, die Investmentgesellschaft General Atlantic (Managing Director dort ist der nicht unbekannte ehemalige Mannesmann-Manager Klaus Esser) mittels Kapitalerhöhung in die Breite gehen. Die Familie Gotthardt, jetzt mit ca. 55% Anteil dabei, soll die Mehrheit behalten.

Neues aus Uebersee

Mal wieder, wie schon häufiger bei PharmaFlash, folgt ein Blick in die Online-Gesundheit der USA. Oft genug kommt das eine oder andere über den großen Teich zu uns.
Das führende Gesundheitsportal WebMD – einer der Kapitalgeber war Microsoft – eröffnete gemäß der vollmundigen eigenen Marketingsprache das „Portal der nächsten Generation“. Der Clou soll die personalisierte, individuelle Information für jeden der 35 Millionen Nutzer sein, die aber doch mit der enormen Datenfülle aller vernetzt ist. Einen ersten Einblick in das Projekt nach 18 Monaten Entwicklungszeit gibt www.pv.webmd.com
Der ehemalige Chef und Gründer von AOL, Steve Case, hat einen Teil seiner damit verdienten Millionen in ein völlig neues Portal angelegt: www.RevolutionHealth.com Die Gesundheitsrevolution startet, um (wieder das eigene Marketing:) „mit Web 2.0 Werkzeugen die Gesundheit 2.0 zu erschaffen: People-Powered Health.“ Zu finden sind neben den üblichen Inhalte viele interaktive Anwendungen und Services. Andere Investoren sind der Ex-Außenminister Colin Powell und Ex-HP-Chefin Carly Fiorina.
Einen Preis für ihr “herausragendes Online-Angebot für Patienten und Fachleute” erhielt Crutchfield Dermatology für www.crutchfielddermatology.com Andere Preisträger unter www.strategichealthcare.com. Ziemlich bieder kommt im Vergleich das Portal für Menschen mit Krampfadern und Thrombosen daher, vielleicht ist diese Zielgruppe nicht so hip. Aber man will nicht mehr und nicht weniger sein als das beste auf diesem Gebiet. Betreiber ist ein Anbieter rund um medizinische Strümpfe.