Erst gekauft, dann abgestraft – Ärzte zahlen drauf

Was es alles so gibt! – die folgende Geschichte lässt am gesunden Menschenverstand einiger Mitspieler im deutschen Gesundheitsmarkt zweifeln. Ende letzten Jahres erreichte uns eine Pressemitteilung des (nach eigenen Angaben) marktführenden Arzt-Bewertungsportals Jameda – mal wieder eine, dort verfügt man über eine gut geölte PR-Abteilung. Nun sind diese News wahrlich nicht immer einer PharmaFlash-Meldung wert, diese allerdings gibt doch zumindest zum Nachdenken Anlass.
Jameda vermeldete, kurz gesagt, 18 Ärzte wegen gekaufter positiver Bewertungen abgemahnt, diese Fakes (natürlich) gelöscht zu haben und – durchaus konseqent rigoros – diese Tatsache auch auf den betroffenen Profilen ausdrücklich offengelegt zu haben.

Das ist nicht echt

So weit, so gut – das ist Jamedas gutes Recht. Was aber das besondere daran ist, drei dieser Dienstleister wurden namentlich genannt, nämlich GoldStar Marketing, Fivestar Marketing und die Bewertungs-Fabrik.

Und damit beginnt das eigentlich kaum zu glaubende: ein Blick in das Impressum dieser drei enthüllt, dass diese in Malta, Belize und auf Zypern sitzen. Man sollte doch meinen, dass bei dieser Tatsache die Alarmglocken klingen und alle roten Lämpchen angehen. Wir unterstellen keinem dieser Unternehmen Unseriosität oder gar halblegale Geschäftspraktiken. Allerdings, wer vergibt im richtigen Leben diffizile Arbeiten an Unternehmen, deren verantwortlicher Sitz sich in diesen Ländern befindet – wissen Sie, wo Belize genau liegt?

Wie groß muss der Leidensdruck der Ärzte – oder sollte man fragen, die Naivität – sein, dass diese zu diesen Maßnahmen greifen (oder vermeintlich greifen müssen)? Kein Zeichen von gesundem Menschenverstand, meint die Redaktion.

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