Das nächste Facebook-Ding

„Gesundheit ist ein Milliarden-Markt! Frauen achten noch mehr als Männer auf ihre Fitness! Verdienen auch Sie damit!“ Kommen Ihnen solche Slogans bekannt vor? Seit einiger Zeit entdecken mehr oder weniger seriöse Finanzvertriebler „unterschätzte“ Start-Ups aus dem Bereich digitale Gesundheit, in die investiert werden kann/soll und bei denen – man glaubt es kaum – die „Kursrallye gerade erst begonnen hat“.

Ein Beispiel könnte opensourcehealth sein mit Sitz im kanadischen Toronto.
Das Geschäftsmodell, die verkaufte Dienstleistung bleibt – vorsichtig gesprochen – etwas unklar, hat irgendwie mit einem Abo von Gesundheitsnachrichten und den unvermeidlichen Apps zur Optimierung von Nahrungsauf- und Gewichtsabnahme zu tun (daher wohl die weibliche Zielgruppe). Auf jeden

Mehr werden durch Zukaufen

Nach einer nicht beweisbaren Hypothese schlummern die waren Online-Community-Perlen nicht in perfekt durchgestylten Marketing-Seiten, sondern in – wie soll man sagen – etwas altbacken daherkommende Foren. Oft genanntes Beispiel ist craigslist.com, das Original seit „Urzeiten“ unverändert. Analoges gilt vermutlich im Gesundheitsbereich, nicht gerade grafisch herausragend jedenfalls kommen Angebote wie medizin-forum.de oder med1.de daher.

Doch spielt in diesen Foren einige „Traffic-Musik“ und die „wirklichen“ Nutzer tummeln sich hier. Diese Erkenntnis hat nun Holtzbrinck Digital so interpretiert, dass es sich mit med1.de verstärkt und demnächst durch die bereits hauseigene netdoktor.de Redaktion betreut. Als Plattform und Name soll med1 (natürlich) bestehen bleiben. Zusammen liegt Holtzbrinck damit ganz weit vorne im deutschen Gesundheits-community-Markt.
Wieviel sich Holtzbrinck diesen Schritt hat kosten lassen,

Segeln unter falscher Flagge?

Schon wieder deckten öffentlich-rechtliche Medien eine „anrüchige“ Pharma-Werbe-Kamapgne auf. Laut eines Beitrags des NDR (Mitteilung hier) bewirbt das Pharmaunternehmen Allergan Botox als Migränemittel. Die entsprechenden Plakate „Kopf frei fürs Leben“ ließen „nicht direkt“ das dahinterstehende Unternehmen erkennen, die Online-Plattform www.chronischemigraene.de nenne im Impressum die „die deutsche Vertriebszentrale des US-Pharmakonzerns Allergan“.

Besonders kritisiert wird zum einen, dass die – immerhin vorhandene – Zulassung des Wirkstoffes nur eine kleine Patientenzahl abdeckt, was einen so großen Aufwand nicht rechtfertige. Zum andern wird die Verquickung „namhafter“ Ärzte (einige Namen werden in obiger Mitteilung erwähnt) thematisiert, die für ihre Vortrags- oder Gutachtertätigkeit Honorare vom Unternehmen beziehen (sollen).
Alles in allem werde das Werbeverbot für verschreibungspflichtige

Da ist nichts …

Wie schon mehrfach berichtet (siehe u.a. hier) machen vorgetäuschte Nutzer(-konten) – neudeutsch gefakte accounts – und automatisierte Eingaben einen nicht unerheblichen Teil des Internet-Traffics aus. Unglaubliche ein Drittel des Datenvolumens erzeugen roboter-gestützte Klicks – für werbende Unternehmen ein Graus. Weitere Spielarten dieses Problems sind maschinelle Bewertungen, die aber ein „echter“ Mensch selbst erkennen können soll (siehe hier).

Diese Tatsachen sind für die großen der Branche, die letztlich von den Nutzerzahlen leben, eine existenzielle Herausforderung. Facebook ging offiziell von ca. 5-10% (plus Dunkelziffer?) irgendwie unregelmäßigen Nutzerkonten aus, meint aber, deren Zahl durch intelligente Maßnahmen zurückdrängen zu können.
Vor einigen Tagen gab Twitter seine Einschätzung

Bärendienst für IGeL (?)

Im meldungsschwachen Sommerloch gibts immerhin etwas neues zum Dauerbrenner IGeL (Individuelle Gesundheitsleistungen). Von Anfang an liefen diese unter sehr skeptischen Augen der Kassen (siehe u.a. www.igel-monitor.de).

Nun startete eine Gegenoffensive von Ärzten: free-med.net und dessen Schwesterportal wiki-medi.de. Diese beiden und die „Ärztliche Gesellschaft für Gesundheit und Prävention“ aeggp.de scheinen wesentlich eine Initiative von Dr. Norbert Panitz www.drpanitz.de aus Berlin zu sein, er ist jeweils (Mit-) Geschäftsführer, alle teilen sich Anschrift und Telefonnummern. Bisher aber – da kann man einem Beitrag bei doccheck nur beipflichten – sind die genannten Online-Angebote sehr dürftig.
Was free-med und wiki-medi unterscheidet oder wofür sie eigentlich gut sein sollen, ist schlichtweg nicht

Wer bekommt .med?

Erstaunliche Domainendungen (TLD „Top Level Domains“ – bekannte sind .com, .net oder .de) wie .trust .futbol .ninja oder auch .berlin sind seit einiger Zeit erhältlich. Ob der Bedarf dafür vorhanden ist, muss sich noch zeigen. Sinnvoller erscheint eine TLD wie das geplante .med („www.dr.med“ hört sich ganz gut an), doch die Einführung war aufgrund einer „community objection“ (inoffizielle Abstimmung der Zielgruppe) vorerst auf Eis gelegt.

.health wurde (angeblich?) aus Gründen des Verbraucherschutzes vollständig gestoppt. Doch jetzt ist das Rennen wieder offen, die zuständige halb-staatliche ICANN verwarf die Blockade, nachdem interessierte Vermarkter protestierten.
Mindestens zwei Bewerber möchten das .med-Geschäft machen, medistry (ein Ableger des gemeinnützigen US-Klinikbetreibers Cleveland Clinic) sowie Hexap (ein französischer Domain-Spezialist) sind offiziell noch Bewerber. Die Kölner DocCheck