Der menschliche Faktor Teil I

Gegen Google ist kein Kraut gewachsen. Oder vielleicht doch? Das Manko der übermächtigen Suchmaschinen-Krake ist das mechanisch sture Ranking der gelisteten Seiten nach Hits und Links, inhaltlich gibt es deshalb Schwächen. Eine Alternative könnte die Wertung der Angebote durch menschliche Experten sein. Auf diese Idee sind schon einige gekommen (siehe z.B. web.de oder yahoo.de), doch fehlte letztlich das notwendige Geld zu Bezahlung der Redakteure.
Diese Hürde lässt sich überspringen, indem externe Experten die Bewertung kostenlos erledigen. Diesen Weg möchte das Kölner Technologieunternehmen abracus gehen. In seinem “intelligenten Medizinportal” kann in deutschsprachigen Websites von Kliniken, Ärzten und Spezialthemen kostenfrei recherchiert werden. Dazu stehen alle zurzeit verfügbaren deutschen Krankenhäuser, Arztpraxen und ausgewählte medizinische Sites bereit. Anhand von Suchkriterien soll der “Treffer-Müll” eingeschränkt werden. Als Experte erhält man kein Honorar oder eine andere Form der Zuwendung; dafür definieren diese, welche Bookmarks in das Themenportal aufgenommen werden. Auch eine Eigendarstellung ist möglich.

Aktuelles im Maerz 2007

Das Online-Banking der APO-Bank renovierte die Kölner Agentur Denkwerk. Unter anderem neue Funktionen und eine Guided Tour wurden eingebaut.
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Neu in die Geschäftsleitung im Bereich Gesundheitswesen von Booz Allen Hamilton berufen wurden Tillmann Lukosch, Eva Pineau-Valencienne und Norbert Schnitzler. In diesem stark wachsenden Bereich sieht das Beratungsunternehmen ein deutliches Signal für seine hohen Ziele.
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Neu bei Heye DDB Health ist Dr. Dörthe Besse. Sie soll das internationale Geschäft weiter ausbauen. Besse kommt von Schmittgall in Stuttgart nach Unterhaching bei München.
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Als erste deutsche Pharma-Werbeagentur erhielt die Angela Liedler GmbH das so genannte Google-Zertifikat des Suchmaschinen-Platzhirsches. Damit bewies die Agentur nach speziellen Schulungen und Audits, dass sie den Big-Playern in der Vermarktung von Online-Marketingmaßnahmen in nichts nachsteht.

Gesundes Fernsehen im Internet

Noch im letzten Newsletter fragte sich die Redaktion, wann endlich die Homepage des am 1. April startenden Deutschen Gesundheitsfernsehens DGF online geht. Jetzt ist sie da, dort finden sich auch Erläuterungen zu geplanten Formaten. Das Free-TV-Programm können über Satellit vorerst ca. acht Millionen Haushalte empfangen; das nach eigenen Angaben “interaktive Internetportal rund um den äußerst dynamischen Wachstumsmarkt für Heilberufe und Krankenversicherte” ist für alle da.
Zielgruppe sind alle von 14 bis 89 Jahren, die rund um die Uhr Beiträge geboten bekommen wie “Machen Hamburger wirklich dick?” oder “Müssen es immer Pillen sein?” Bei der Themensuche berät die Bundesärztekammer; das Geld kommt über Spots, Channelpartnerschaft, Titelsponsoring und Telepromotions. Die Pharmaindustrie soll keinen Einfluss auf die Inhalte nehmen dürfen. Ausdrücklich genannter Mitbewerber ist das Pay-TV-Angebot “Focus Gesundheit”.

Vielleicht geht es so weiter

Bei der zweiten Konferenz der Financial Times Deutschland zur Gesundheitswirtschaft wurden zehn Unternehmen im “Ideenpark” präsentiert, die mit ihren “innovative Geschäftsmodellen überzeugen, die das Potential haben, das Gesundheitssystem zu verbessern, die Effizienz steigern und zugleich die Qualität der Patientenversorgung.” Darunter sind vier mit starkem Online-Bezug.
www.xx-well.com mit 180.000 registrierten Nutzern, die automatisch erstellte Tipps für einen gesünderen Lebenswandel erhalten.
Das Telemedizin-Portal des Evangelischen Krankenhauses Düsseldorf, welches mit niedergelassenen Ärzten, Pflegediensten und Rehaeinrichtungen vernetzt. Dort können Entlassungsbriefe, Medikationshinweise, Diagnosen oder Befunde abgefragt und Termine sofort online gebucht werden.
Über das “Epnet” der Hamburger Uniklinik Eppendorf können Patienten ihre Laborwerte, OP-Berichte, Diagnosen und Röntgenbilder abrufen. Sie erhalten dazu Kennwort und einen Zugangsschlüssel.
Im Projekt “Smart Care NRW” will man mit durch Monitoring den Pflegebedarf eines Kranken schnell feststellen. Sensoren in der Wohnung zeichnen die Verhaltensmuster der Patienten auf und sammeln Warnhinweise. Denn weder Angehörige noch ambulante Pflegedienste können pflegebedürftige Patienten rund um die Uhr beobachten.

Gesundes Fernsehen

Die Deutsche Gesundheitsfernsehen GmbH i.G. erhielt die zehnjährige Zulassung für die deutschlandweite Verbreitung eines ganztägigen digitalen Programms über den Satelliten Astra www.kek-online.de/cgi-bin/resi/i-presse/444.html Ab April spricht das Pragramm die Zielgruppe Ärzte und andere Gesundheitsberufler sowie ein “an Gesundheitsthemen interessiertes Publikum” an. Im Internet (Anm. der Red.: Wo? Eine Homepage haben wir heute, sechs Wochen vor dem geplanten Start, nicht gefunden. Wer kann uns helfen?) sollen ergänzende Infos und Teile des Programms zum Download bereit stehen Die Anteile hält zu 85% die Elmshorner Avantaxx Innovation Beteiligung Verwaltung AG den Rest der Geschäftsführer Gerhard Berger, bekannt durch 3 vor Mitternacht, ZAK und Stern TV. Man kann nur das Beste wünschen. Im Jahr 1998 startete mit “PRO SALUTE – Das Gesundheitsfernsehen” www.kek-online.de/cgi-bin/resi/i-presse/5.html ein Satelliten-Versuch ohne durchschlagenden Erfolg.
Ebenfalls auf Sendung geht Uro-TV der MedCon Health Contents AG. Das rein webbasierte Format berichtet tagesaktuell über (inter-) nationale urologische Fachkongresse. Erreicht werden 3.800 Urlogen. Ganz auf der Höhe der technischen Entwicklung werden die Inhalte als auch Podcast angeboten.

In eigener Sache: Abmahnung

Nach dem vorletzten Newsletter flatterte der PharmaFlash GmbH eine Abmahnung ins Haus, der Link unten // entfernt, die Red. // weist auf die vom Netz genommene inkriminierte Meldung. Um kein finanzielles Risiko einzugehen, wurde der Inhalt entfernt; die Redaktion nimmt von einer weiteren Verbreitung Abstand. Ob dieses Ereignis Teil der allgemeinen Abmahnwelle im deutschen Internet auch und gerade gegen so genannte “kleine Fische” ist – Infos u.a.hier: www.abmahnwelle.deoder www.focus.de/digital/netguide/weblogs_nid_41343.html -, vermag die Redaktion nicht zu beurteilen. Inhaltlich, so viel darf trotz Verpflichtungserklärung verraten werden, ging es um den Einsatz des Mediums Fernsehen im Gesundheitswesen. Und noch etwas: Die in der obigen Meldung genannten Unternehmen haben nichts damit zu tun.