Massiver Dollarbetrug

Immerhin 126 Millionen Dollar an illegalem Geld hat eine Betrügerbande in den USA ergaunert. Mindestens 18 Apotheker und Ärzte machten gemeinsame Sache, um im Online-Handel mit Medikamenten erhebliche Summen in die eigene Tasche oder die von Strohmännern abzuzweigen. Eine Masche bestand darin, Bestellungen durch Online-Kunden im Sekundentakt “durchzuwinken”; nach den Vorschrift wäre eine aufwendige interaktive Befragung und Kontrolle notwendig gewesen. Die Beschuldigten erwarten zwischen 5 und 25 Jahre US-Gefängnis.

Medquarter startet

Auch in Deutschland erscheint ein neues Portal: medquarter. Noch ist nicht viel zu sehen, doch geplant ist eine “hochseriöse und effiziente” Kommunikation zwischen Healthcare Professionals und Industrie.
Die medquarter AG wird zu 30% gehalten von der japanischen So-Net M3 aus dem Umfeld von Sony, der Rest vom deutschen Management und Privatpersonen.
In Korea, den USA und in Japan (dort sind mehr als die Hälfte der Ärzte registriert) unterhält So-Net M3 ähnliche Angebote. Die Zeitung Nihon Keizai Shinbun berichtet von einem Investitionsvolumen von ca. 250.000 Euro durch So-net M3, in fünf Jahren sollen ca. 12 Millionen Euro Jahresumsatz erreicht werden.
Dass es bei medquarter nicht um Kleinigkeiten gehen wird, deutet auch die Auswahl der Agentur an. Mit Elephant 7 , einem Unternehmensbereich von Pixelpark, wurde ein Schwergewicht beauftragt. Es begleitet z.B. die Deutsche Post sowie Red Bull und neuerdings auch den Hustenlöser Mucosolvan von Boehringer Ingelheim.

Portal Supernova

Eine Supernova wird bald am medizinischen Portalhimmel erstrahlen: medpedia. Das vorerst auf die USA beschränkte englischsprachige Projekt wird als weltgrößte Enzyklopädie der Medizin und Gesundheitsthemen angekündigt. Die Liste der Initiatoren bzw. Lieferanten der Inhalte steht dafür, dass es sich nicht um ein leeres Versprechen handelt: die Harvard Medical School, die Stanford School of Medicine, die Berkeley School of Public Health, die University of Michigan Medical School. Besonderes Augenmerk soll ganz im Sinne des Web 2.0 auf Kommunikation und gegenseitige Bewertung (sowie Kontrolle) gelegt werden.
Ende dieses Jahres werden die Inhalte online gehen, Infos zum Projektfortschritt und erste, vielversprechende Ausschnitte gibt es bereits jetzt.

Pharma-Werbung per Spam

Der Verein “no abuse in internet” naiin wurde im Jahr 2000 gegründet, Ziel ist die Bekämpfung der Internet-Kriminalität. Mitglieder der durch die Bundesregierung anerkannte und ausgezeichnete Initiative sind Schwergewichte der IT-Branche wie STRATO und die Domain-Registrierungsstelle DENIC.
Der Verein ist nun aufgrund des massenhaften “Pharma-Spams” (“Buy Viagra”, “Vier Dosen umsonst”, “Mann hat wieder Spaß” etc.) aktiv geworden und suggeriert eine Mitschuld der Pharma-Industrie, die vielleicht mitverdiene. So handele es sich “beim überwiegenden Teil der offerierten Arzneien um Fälschungen.”,(naiin-Präsident Arthur Wetzel). “Inwieweit auch Original-Produkte über den Vertriebsweg Spam abgesetzt werden, ist schwer zu belegen. Tatsache ist, dass hier millionenfach Gratis-Werbung gemacht wird” (Philippe Wacker, Vorstandsmitglied des European Multimedia Forum EMF). naiin fordert von der Pharma-Branche ausführliche Aufklärungskampagnen sowie Sicherheitsmerkmale auf den Verpackungen. Fazit von naiin: “Wir sind im Kampf gegen den Pharma-Spam schlichtweg auf die Pharma-Branche angewiesen”.

Portalverkauf

Keine Überraschung war der Verkauf des Portals www.onmeda.de an sich. Nach der mehrheitlichen Übernahme des Betreibers onvista durch einen französischen Finanzkonzern passte die Gesundheit einfach nicht mehr rein. Etwas überraschend dann aber der Käufer: der Axel Springer Verlag über seine Beteiligung (indirekt 74%) goFeminin.de GmbH. GoFeminin ist Teil der nach eigenen Worten “Europas führender Online-Plattform für die weibliche Zielgruppe”.
Bertrand Stephann, Chef von auFeminin.com: “Mit den hervorragenden Inhalten können wir unser Kerngeschäft weiter stärken und unser Vermarktungsportfolio ausbauen. Schließlich ist der Gesundheitsbereich für moderne Frauen eines der wichtigsten Themen- und Interessengebiete…” Marc Schmitz soll Geschäftsführer bei onmeda in Köln bleiben.
Der Kaufpreis beträgt 5,4 Millionen Euro; Onmeda wurde 2005 von onvista übernommen, gestartet war das Portal unter dem Namen Medicine-Worldwide.