Autor: PharmaFlash

Radier es weg!

Innerhalb der digitalen Welt wird zur Zeit viel vom „Recht auf Vergessen“ geredet. „Das Internet vergisst nichts“ heißt es griffig, man denkt dabei nicht von ungefähr an so genannte Datenkraken wie Google, Facebook und Co. Ein aufsehenerregendes Urteil des Europäischen Gerichtshofes soll nun (angeblich?) diese Unternehmen verpflichten, auf Antrag bestimmte Einträge zu löschen.

Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen, auch ganz praktische oder technische Fragen bleiben offen: Was ist, falls kein Zugriff auf den Dienstleister möglich ist, da dieser in nicht kooperationswilligen Staaten sitzt oder wenn irgendjemand noch schnell die eigentlich zu löschenden Infos kopiert und an anderer Stelle veröffentlicht?
Auch PharmaFlash wurde aktuell aufgefordert, einen Eintrag aus dem Archiv zu löschen. Der Beitrag vom 29. April 2002 (ja, so lange und noch länger gibt es uns schon!) sei diskriminierend und falsch. Wir sind der Meinung,

Medienkampagne rettet ein Kind – ist das gerecht?

Möchten Sie sich sagen lassen, nicht alles mögliche getan zu haben, einem Kind das Leben zu retten? Eine Suggestiv-Frage, natürlich, das will niemand. Und doch bleibt ein unguter Nachgeschmack bei einem aktuellen Geschehen in den USA: Ein todkranker Junge bekam ein noch nicht zugelassenes Medikament gegen eine bestimmte Virusinfektion, hunderten Patienten in ähnlicher Situation war dies verweigert worden (Einzelheiten siehe in dieser Meldung hier).

Wie kam es dazu? Die Eltern mobilisierten über Facebook mehr als 20.000 Unterstützer, die entsprechenden „Druck“ auf die Herstellerfirma und die Zulassungsbehörde FDA erzeugten. Letztere genehmigte kurzfristig eine zusätzliche klinische Studie des Wirkstoffes an Kindern – eine bei der Datenlage zu diesem Zeitpunkt äußerst ungewöhnliche Entscheidung. In diese Studie wurde – wenig überraschend – auch der erwähnte Junge aufgenommen.
In US-Fachkreisen und -medien läuft seither eine Diskussion: Ist es gerecht, dass jemand aufgrund einer „geschickten Medienkampagne“

Agenturen zahlen ein Drittel zu viel

Nach Einschätzung des internationalen Verbands der Werbebranche (Interactive Advertising Bureau) ist ungefähr ein Drittel des Internet-Datenverkehrs ein Fake. Das heißt, algorithmengesteuerte Software (traffic bots) erzeugen insbesondere auch Abrufe von klickzahl-abgerechneten Werbebanner und anderer Marketing-Aktivitäten. Mit Hilfe von Strohmännern wird dann abkassiert, die Initiatoren sitzen – wer hätte das gedacht, ganz wie das Vorurteil es vermutet – meist in osteuropäischen Ländern.

Da der englischsprachige Markt schlichtweg lukrativer ist, soll hier bisher noch der Schwerpunkt dieser Aktivitäten liegen. Doch technisch ist es ein leichtes, Server weltweit zur Zielscheibe zu machen und beim letztlich risikolosen und einträglichen Geschäftsmodell dürfte genau das auch passieren. Agenturen und Auftraggebern

… dessen Lied ich sing? Persönliche Honorare der Pharma-Industrie

Da kommt (mal wieder) eine Welle auf die Pharmaindustrie zu, die dieser vermutlich ganz und gar nicht gefällt. Was es in den USA schon gibt (hier)
soll auch in Deutschland eingeführt werden: eine im Internet frei einsehbare Datenbank mit den Zahlungen der Industrie an Ärzte.

Geld regiert die WeltPolitisch wohl gewollte Transparenz der Geldflüsse ist das eine, Datenschutz und technische Umsetzbarkeit das andere. Der Verband der forschenden Pharmahersteller (vfa), möchte auf Grundlage eines freiwilligen Kodex ab 2015 die Daten sammeln und später veröffentlichen. Ärztepräsident Frank Montgomery fasst etwas blauäugig zusammen, „niemand dürfe gegen seinen Willen als Empfänger von Zuwendungen öffentlich namhaft gemacht werden; die Pharma-Unternehmen sollen deshalb von vornherein auf die Zusammenarbeit mit Ärzten verzichten, die nicht genannt werden wollen“.
Für die zugegeben übersichtliche Anzahl (N = 37) Mitglieder der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) lässt sich jeweils die „Public Declaration of Interests (DoI)“ einsehen. Dort steht zum Beispiel: „ … erhielt persönliche Honorare für Vorträge von AstraZeneca,

Die Katze schnurrt weiter …

Was vielen Beobachtern wie ein kurfristiger Marketing-Gag erschien, beweist nun augenscheinlich Stehvermögen. Auch PharmaFlash berichtete im November 2012 eher ironisch-skeptisch (siehe hier) über die Katzenschnurr-Therapie, die – Zitat – ein Mittel gegen Rückenschmerzen, Lendenwirbelproblemen und Arthrosen darstelllen und sogar Doping überflüssig machen soll. Doch keineswegs verschwand das heilende Kätzchen im esoterischen Nirvana, sondern im Gegenteil legte „eine wissenschaftliche Studie“, erstellt durch den Entdecker der Therapie selbst, jetzt nach: Diese beweist, dass das Lungenvolumen bis zu 30 Prozent dauerhaft ganz ohne Medikamente erhöht wird.

Auf der Homepage finden sich weitere (angebliche?) Fähigkeiten des „evolutionserprobten Verfahrens, das sicher und gefahrlos wirkt“, leider aber immer noch keine Preisangaben (wir haben jedenfalls keine gefunden). Eine Recherche mit den üblichen Suchmaschinen findet

Befreiungsschlag – auch Gesundheitsdienstleister sollen helfen

Die Situation des Internet-Pioniers Yahoo wird oft mit den wenig erbaulichen Zusätzen „angeschlagen“ oder „auf dem absteigenden Ast“ umschrieben: sinkende Reichweiten, sinkende Kundezahl, sinkende Erlöse – die Marktmacht von Google ist erdrückend.

Einen kleinen Befreiungsschlag soll nun die Kooperation mit dem Bewertungsportal yelp bringen: die Yelp-Einträge werden direkt bei den Suchergebnissen auftauchen. Der Nutzer erspart sich somit weiteres Recherchieren und hat einen höheren Mehrwert.
Die Kooperation gilt als Versuch, der enttäuschenden Partnerschaft mit Microsofts Suchmaschine Bing zu entkommen (siehe die Meldung hier).
Yelp ist relativ stark