Autor: PharmaFlash

Agenturen zahlen ein Drittel zu viel

Nach Einschätzung des internationalen Verbands der Werbebranche (Interactive Advertising Bureau) ist ungefähr ein Drittel des Internet-Datenverkehrs ein Fake. Das heißt, algorithmengesteuerte Software (traffic bots) erzeugen insbesondere auch Abrufe von klickzahl-abgerechneten Werbebanner und anderer Marketing-Aktivitäten. Mit Hilfe von Strohmännern wird dann abkassiert, die Initiatoren sitzen – wer hätte das gedacht, ganz wie das Vorurteil es vermutet – meist in osteuropäischen Ländern.

Robots klicken Banner

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Da der englischsprachige Markt schlichtweg lukrativer ist, soll hier bisher noch der Schwerpunkt dieser Aktivitäten liegen. Doch technisch ist es ein leichtes, Server weltweit zur Zielscheibe zu machen und beim letztlich risikolosen und einträglichen Geschäftsmodell dürfte genau das auch passieren. Agenturen und Auftraggebern

… dessen Lied ich sing? Persönliche Honorare der Pharma-Industrie

Da kommt (mal wieder) eine Welle auf die Pharmaindustrie zu, die dieser vermutlich ganz und gar nicht gefällt. Was es in den USA schon gibt (hier)
soll auch in Deutschland eingeführt werden: eine im Internet frei einsehbare Datenbank mit den Zahlungen der Industrie an Ärzte.

Geld regiert die Welt

Geld regiert die Welt

Politisch wohl gewollte Transparenz der Geldflüsse ist das eine, Datenschutz und technische Umsetzbarkeit das andere. Der Verband der forschenden Pharmahersteller (vfa), möchte auf Grundlage eines freiwilligen Kodex ab 2015 die Daten sammeln und später veröffentlichen. Ärztepräsident Frank Montgomery fasst etwas blauäugig zusammen, „niemand dürfe gegen seinen Willen als Empfänger von Zuwendungen öffentlich namhaft gemacht werden; die Pharma-Unternehmen sollen deshalb von vornherein auf die Zusammenarbeit mit Ärzten verzichten, die nicht genannt werden wollen“.
Für die zugegeben übersichtliche Anzahl (N = 37) Mitglieder der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) lässt sich jeweils die „Public Declaration of Interests (DoI)“ einsehen. Dort steht zum Beispiel: „ … erhielt persönliche Honorare für Vorträge von AstraZeneca,

Die Katze schnurrt weiter …

Was vielen Beobachtern wie ein kurfristiger Marketing-Gag erschien, beweist nun augenscheinlich Stehvermögen. Auch PharmaFlash berichtete im November 2012 eher ironisch-skeptisch (siehe hier) über die Katzenschnurr-Therapie, die – Zitat – ein Mittel gegen Rückenschmerzen, Lendenwirbelproblemen und Arthrosen darstelllen und sogar Doping überflüssig machen soll. Doch keineswegs verschwand das heilende Kätzchen im esoterischen Nirvana, sondern im Gegenteil legte „eine wissenschaftliche Studie“, erstellt durch den Entdecker der Therapie selbst, jetzt nach: Diese beweist, dass das Lungenvolumen bis zu 30 Prozent dauerhaft ganz ohne Medikamente erhöht wird.

schnurr, schnurr

schnurr … schnurr

Auf der Homepage finden sich weitere (angebliche?) Fähigkeiten des „evolutionserprobten Verfahrens, das sicher und gefahrlos wirkt“, leider aber immer noch keine Preisangaben (wir haben jedenfalls keine gefunden). Eine Recherche mit den üblichen Suchmaschinen findet

Befreiungsschlag – auch Gesundheitsdienstleister sollen helfen

Die Situation des Internet-Pioniers Yahoo wird oft mit den wenig erbaulichen Zusätzen „angeschlagen“ oder „auf dem absteigenden Ast“ umschrieben: sinkende Reichweiten, sinkende Kundezahl, sinkende Erlöse – die Marktmacht von Google ist erdrückend.

Zusammen: yahoo und yelp

Zusammen: yahoo und yelp

Einen kleinen Befreiungsschlag soll nun die Kooperation mit dem Bewertungsportal yelp bringen: die Yelp-Einträge werden direkt bei den Suchergebnissen auftauchen. Der Nutzer erspart sich somit weiteres Recherchieren und hat einen höheren Mehrwert.
Die Kooperation gilt als Versuch, der enttäuschenden Partnerschaft mit Microsofts Suchmaschine Bing zu entkommen (siehe die Meldung hier).
Yelp ist relativ stark

Insolvenz – Pharma ist noch nicht mobil-reif?

Kurz vor Weihnachten, am 17. Dez. 2013, und damit im Glühwein- und Geschenke-Trubel leicht zu übersehen, kam die Meldung, dass die Walsroder
Juwi MacMillan Group einen Insolvenzantrag stellen musste. Die Homepage selbst erscheint noch auf dem Marketing-Stand, als sei „alles wie immer in Ordnung und die Geschäfte und die Produkte sind innovativ und klasse.“ Das ist allerdings in solchen Situationen üblich, weil niemand mehr irgendwelche Aktualisierungen einpflegt.

Das Glas ist leer

Das Glas ist leer

Hintergrund der Insolvenz sind „Schwierigkeiten bei der Refinanzierung und der Zahlungsausfall eines Großkunden.“ Das erstere übersetzt der BWL-Laie so: die Banken geben keinen Kredit mehr, die Gesellschafter schießen kein Geld mehr zu. Interessant wäre die Antwort darauf, wer der genannte Großkunde ist und warum dieser nicht zahlt. Spekulation: ein Pharma-Unternehmen aus der Referenzliste kann es kaum sein, von Schwierigkeiten dieser Player hätte man gehört. Liegt beim Produkt „ayeQ App“, das vielfältige Marketing-Funktionen ermöglichen soll, der Hase im Pfeffer? Und damit gleich die nächste Frage, ist das Tochterunternehmen ayeQ GmbH auch von der Insolvenz betroffen? Dies war auf die Schnelle nicht zu ermitteln.
Zu vermuten ist leider so oder so, dass es für die ca. 50 Mitarbeiter nicht so rosig aussieht. Und für die Anbieter von Apps und/oder elektronischen, web-gestützten Vertriebshilfen aller Art im Bereich der Pharma-Unternehmen: es ist schwierig. Noch ist augenscheinlich die vollständig mobile Technik nicht in der Branche angekommen.

Nachtrag Feb. 2014
Aus der Insolvenz der Juwi MacMillan Group Ende 2013 konnten zwei Unternehmensbereiche ausgegründet werden. Damit werden ca. 20 der 50 ehemaligen Angestellten übernommen, der Insolvenzverwalter zeigte sich damit zufrieden (Meldung hier).
Durch die Management Buy Outs entstanden zum einen die „JuwiMacMillan Englert Medical Marketing GmbH“ (Marketing- und Business-Lösungen), zum anderen die „Raqcuisine GmbH & Co. KG“ (Hosting von Kundendaten).

Die Datenschutz-Falle

Kurz vor der Verabschiedung in die Weihnachtspause soll ein unangenehmes und ärgerliches Thema für alle Online-Verantwortlichen angesprochen werden. Jedes ernstzunehmende Unternehmen mit eigener Website erfasst auf seiner Website mehr oder weniger Daten der Besucher (User-Tracking); solche Daten sind bekanntlich Gold wert. Platzhirsch dieser Lösungen dürfte Google Analytics sein.

Datenschutz-Falle

Datenschutz-Falle

Doch gibt es ernstzunehmende Bedenken, dass der Nutzer gegen seinen Willen ausgespäht wird (einen hier zu erwartenden Seitenhieb „NSA“ lassen wir jetzt). Aus diesem Grund waren die Tracking-Lösungen ein Dauerthema für Datenschutzbeauftragte. Inzwischen ist es etwas ruhiger geworden, oder täuscht das?
Google Analytics selbst fordert in seinen Nutzungsbedingungen, dass der Website-Besucher mit einem Klick die Auswertung verhindern kann. Der Umweg über eine Browser-Plugin kann ihm nicht abgefordert werden, siehe hier oder hier.
Doch eine schnelle Suche nach der Phrase „können die Erfassung durch Google Analytics verhindern“ (natürlich über Google :-) bleibt auf sehr vielen Seiten ohne Ergebnis. Damit bewegen sich diese Anbieter auf möglicherweise dünnem Eis, siehe hier oder hier.
Auf pharmaflash.de findet sich (selbstverständlich !?) die ausdrücklich datenschutzkonforme Lösung der Analytics-Alternative piwik, siehe hier.