Autor: PharmaFlash

Doppelte Zweifel

Viele machen es, auch PharmaFlash macht es. Aber ist es legal?
Ein Rätsel? Nein, aber die Sache ist (noch) nicht ganz klar. Es geht um das Double-Opt-In-Verfahren (DOI). Dieses Verfahren fordert den Empfänger von (Werbe-/Marketing-/Verkauf-/Promotion-) Mails dazu auf, die beim Anmeldevorgang eingegebene E-Mail zu bestätigen, indem die Begrüßungsmail des Anbieters nochmals akzeptiert wird. So ist die E-Mail-Adresse „korrekt“ und nur der Kunde bekommt Mails, der dies auch wirklich will.

Wirklich? Das scheint nach einem Urteil des Amtsgericht Pankow aus dem Dezember 2014 wieder fraglich, moniert der „Deutsche Dialogmarketing Verband“ (Pressemeldung hier.
Der DDV fordert – völlig zu Recht – endlich eine rechtssichere Klarstellung, gesetzlich oder durch oberste Gerichte. Das Problem, und das muss man zweimal lesen oder Jurist sein: solange der Kunde nicht bestätigt hat, dass er Mails erhalten möchte, hat er auch nicht bestätigt, dass er die zweite Bestätigungs-Email erhalten möchte. Es handelt sich daher dabei um unerlaubte, unverlangte E-Mail-Werbung.
Ein klassisches Henne-Ei-Dilemma.

Sichtbar in schwierigen Zeiten

Eine Binsenweisheit: Im Netz wird umfangreich nach Informationen zu Krankheiten gesucht. Das gilt noch mehr für chronische, lebensverändernde Diagnosen – und dabei sind auch Angehörige und Bekannte gefragt. Eine zweite Binsenweisheit: Der „aufgeklärte“, moderne Patient misstraut aus Prinzip der Pharmaindustrie.

Dennoch oder gerade deswegen müssen Unternehmen dieser Branche präsent sein, aus bekannten Gründen allerdings nicht direkt produktbezogen. Der Weg ist klar: Mehrwert bieten, neutral informieren und sich und das unbestrittene Ziel, sein Produkte in den Markt zu bringen, zurücknehmen.
Ganz gut gelungen ist das Janssen-Cilag mit seinen jetzt gestarteten www.psychose-wissen.de (sieben Module, „Von Psychose im Überblick“ bis hin zu „Genesungshilfen“, interaktive Elemente, Erfahrungsberichte etc.) und dem krebsratgeber.de („ … sozialrechtliche Fragen oder Themen rund um psychische Probleme bei einer Krebserkrankung …“).
Die inhaltliche Federführung liegt entweder bei externen, universitären Experten oder einer Fachredaktion, vom Design sind sie wie die Firmenseite in der angesagten responsiven Anmutung gehalten (erstaunlich

Das nächste Facebook-Ding

„Gesundheit ist ein Milliarden-Markt! Frauen achten noch mehr als Männer auf ihre Fitness! Verdienen auch Sie damit!“ Kommen Ihnen solche Slogans bekannt vor? Seit einiger Zeit entdecken mehr oder weniger seriöse Finanzvertriebler „unterschätzte“ Start-Ups aus dem Bereich digitale Gesundheit, in die investiert werden kann/soll und bei denen – man glaubt es kaum – die „Kursrallye gerade erst begonnen hat“.

Ein Beispiel könnte opensourcehealth sein mit Sitz im kanadischen Toronto.
Das Geschäftsmodell, die verkaufte Dienstleistung bleibt – vorsichtig gesprochen – etwas unklar, hat irgendwie mit einem Abo von Gesundheitsnachrichten und den unvermeidlichen Apps zur Optimierung von Nahrungsauf- und Gewichtsabnahme zu tun (daher wohl die weibliche Zielgruppe). Auf jeden

Mehr werden durch Zukaufen

Nach einer nicht beweisbaren Hypothese schlummern die waren Online-Community-Perlen nicht in perfekt durchgestylten Marketing-Seiten, sondern in – wie soll man sagen – etwas altbacken daherkommende Foren. Oft genanntes Beispiel ist craigslist.com, das Original seit „Urzeiten“ unverändert. Analoges gilt vermutlich im Gesundheitsbereich, nicht gerade grafisch herausragend jedenfalls kommen Angebote wie medizin-forum.de oder med1.de daher.

Doch spielt in diesen Foren einige „Traffic-Musik“ und die „wirklichen“ Nutzer tummeln sich hier. Diese Erkenntnis hat nun Holtzbrinck Digital so interpretiert, dass es sich mit med1.de verstärkt und demnächst durch die bereits hauseigene netdoktor.de Redaktion betreut. Als Plattform und Name soll med1 (natürlich) bestehen bleiben. Zusammen liegt Holtzbrinck damit ganz weit vorne im deutschen Gesundheits-community-Markt.
Wieviel sich Holtzbrinck diesen Schritt hat kosten lassen,

Segeln unter falscher Flagge?

Schon wieder deckten öffentlich-rechtliche Medien eine „anrüchige“ Pharma-Werbe-Kamapgne auf. Laut eines Beitrags des NDR (Mitteilung hier) bewirbt das Pharmaunternehmen Allergan Botox als Migränemittel. Die entsprechenden Plakate „Kopf frei fürs Leben“ ließen „nicht direkt“ das dahinterstehende Unternehmen erkennen, die Online-Plattform www.chronischemigraene.de nenne im Impressum die „die deutsche Vertriebszentrale des US-Pharmakonzerns Allergan“.

Besonders kritisiert wird zum einen, dass die – immerhin vorhandene – Zulassung des Wirkstoffes nur eine kleine Patientenzahl abdeckt, was einen so großen Aufwand nicht rechtfertige. Zum andern wird die Verquickung „namhafter“ Ärzte (einige Namen werden in obiger Mitteilung erwähnt) thematisiert, die für ihre Vortrags- oder Gutachtertätigkeit Honorare vom Unternehmen beziehen (sollen).
Alles in allem werde das Werbeverbot für verschreibungspflichtige

Da ist nichts …

Wie schon mehrfach berichtet (siehe u.a. hier) machen vorgetäuschte Nutzer(-konten) – neudeutsch gefakte accounts – und automatisierte Eingaben einen nicht unerheblichen Teil des Internet-Traffics aus. Unglaubliche ein Drittel des Datenvolumens erzeugen roboter-gestützte Klicks – für werbende Unternehmen ein Graus. Weitere Spielarten dieses Problems sind maschinelle Bewertungen, die aber ein „echter“ Mensch selbst erkennen können soll (siehe hier).

Diese Tatsachen sind für die großen der Branche, die letztlich von den Nutzerzahlen leben, eine existenzielle Herausforderung. Facebook ging offiziell von ca. 5-10% (plus Dunkelziffer?) irgendwie unregelmäßigen Nutzerkonten aus, meint aber, deren Zahl durch intelligente Maßnahmen zurückdrängen zu können.
Vor einigen Tagen gab Twitter seine Einschätzung