Ein wenig mehr Trump, bitteschön?

Immer wieder passiert spektakuläres, wenn man am wenigsten damit rechnet – diese Binsenweisheit beschreibt das richtige Leben allzu oft (leider). Zwei EILT-EILT-Meldungen schreckten hierzulande nicht nur die Gesundheitsbranche auf: die „Freigabe“ der Medikamentenpreise durch den EuGH und der „postfaktische“ Wahlsieg des Donald T. Haben diese etwas miteinander zu tun?
In Sachen Rx-Freigabe fällt auf, dass bisher darauf wenig bis gar keine Marketing-Resonanz zu spüren war. „Natürlich“ feuerte die betroffene Apothekerschaft heftige Breitseiten ab, doch kam davon etwas beim Verbraucher an? Kaum, diese hoffen nach wie vor, für Medikamente demnächst weniger Geld auszugeben.

Goldfasan ist Trump

Goldfasan ist Trump

Von Seiten der Pharma-Industrie geschah bisher gar nichts. Warum sollten man sich hier die Zunge verbrennen und/oder sich zu weit aus dem Fenster lehnen. Abwarten lautet die Devise.
Ein Donald T. hätte sich diese Gelegenheit sicher nicht entgehen lassen: die bösen, gierigen Apotheker, das blöde Gericht, die geschundenen Verbraucher, der unerbittliche Staat mit seinem Zwangskorsett – irgendwas hätte schon gepasst. Ob das nun stimmt was er sagt, oder überhaupt stimmen könnte oder sich durch Fakten erhärten lassen kann – egal: Stimmung wird gemacht. Daraus kann doch das Marketing nur lernen – oder? Frei nach dem Motto: „Von Trump lernen heißt siegen lernen!“

Nachholbedarf bei Pharma-Vertippern

Zum Thema Internet-Adresse, genauer gesagt, der Domainauswahl (Beispiel: „beispiel.de“) gibt es für Unternehmen der Gesundheits- und Pharmabranche noch einiges zu lernen. Eine sicherlich nach wie vor aktuelle Studie vom Januar dieses Jahres zeigt es auf (Link mit weiteren Infos hier): vor allem bei den (un-)beliebten Vertipperdomains besteht Nachholbedarf.

Rutschgefahr

Rutschgefahr

So registrierte Sanofi anlässlich des Marktstartes von DUPIXENT in den USA zwar mehr als einhundert ähnliche wie depixent.com oder dupicksant.com, die eigentlich notwendige (gemäß der zitierten Untersuchung), nämlich „wwwdupixent.com“ – ohne Punkt nach dem www – allerdings nicht.
Nebenbei: www.dupixent.com (mit dem korrekten Punkt) geht zwar ins Leere, ist aber registriert, siehe hier.
Auch hierzulande sind längst

Darm, Doctor, Domains

Womit findige Leute doch Geld verdienen können! Nach Meldungen der üblichen Verkaufslisten brachte aktuell der Verkauf der Domain darmkur.de immerhin 5.000,- Euro. Neuer Inhaber ist ein Anbieter von Kapseln mit probiotischen Lactosestämmen / -bazillen. Diese sind in Apotheken zur „Stärkung des Immunsystem“ erhältlich. Interessanterweise wird darmkur.de selbst gar nicht genutzt, sondern gleich weitergeleitet auf darmflora.de.

Hier gehts lang

Hier gehts lang

Der Betrag von 5.000 Euro stellt für ein anderes Geschäftsmodell wohl nur die berühmten „peanuts“ dar: die demnächst freizuschaltende TopLevelDomain „doctor“ hat einen Registrar (= Verwalter) gefunden; sie ermöglicht so tolle Adressen wie „termin@lieblings.doctor“ usw. Es handelt sich um das Domain-Start-Up Brice Trail bzw. dessen Mutterunternehmen donuts.
Entgegen den ursprünglichen Zielen,

Fake Jobs und Null Reaktion

Blöd gelaufen, Einzelfälle eben – oder nicht? Der PharmaFlash-Redaktion liegen stichhaltige Belge dafür vor, dass es Agenturen und Unternehmen im Pharma-/Gesundheitsumfeld mit der selbst on- und offline propagierten Verpflichtung zu „guter“ Personal-Unternehmenskultur nicht immer ernst meinen.
Was ist passiert? Zur Verschleierung der echten Personen- und/oder Firmennamen nur soviel: Über den Redaktionstisch wurden im November und Dezember 2015 insgesamt fünf Bewerbungen abgesandt: auf Stellenanzeigen von Agenturen „verantw. Redakteur“, von Dienstleistern „e-Health-Account-Manager“ oder von Pharma-Unternehmen „Junior-PM“ u. ä. Das Profil der Kandidaten passte ganz gut.

So nicht!

So nicht!

Aber: drei der angeschriebenen ließen nie mehr etwas von sich hören (trotz Nachfrage). Einer mailte nach einer Woche, die Stelle ist leider schon besetzt. Letzteres war aber wohl nicht ganz richtig, genau dieses Angebot war unverändert noch weitere zwei Wochen online. Der letzte ließ sich noch einen ausführlichen Lebenlauf senden – dann kam nichts mehr. (Der Bewerber war schon über 50?!)
Fazit: Note mangelhaft. 1) Eine kurze

Wir sammeln uns gesund

Ob das auf die Dauer eine gute Idee ist? Mehr und mehr Versicherte gewähren ihrer Kasse unbeschränkten Zugriff auf Daten, die ein „smart wearable device“ erfasst. Die TK spendiert einen Zuschuss für die Apple Watch, Generali initiiert das „Vitality Programm“. Weiteres wird – gewissermaßen todsicher – folgen.

Briefmarkensammlung - so etwas gab es früher

Briefmarkensammlung – so etwas gab es früher


Der Berliner Anbieter von Gesundheits-Apps welldoo.de stellte in seiner „Future Trends“ – Befragung fest, dass 47% der Befragten grundsätzlich Daten an die Kasse weitergäben, 61% die Apple Watch nutzen, wenn damit der Beitrag sinkt und 32% sich von einem digitalen Arzt behandeln ließen.
Zu einem zusätzlich leicht bitteren Nachgeschmack kommt es allerdings aufgrund der Tatsache, dass Welldoo (Produkte u.a.: Allergie-App „Husteblume“ und das Diabetes-Tagebuch) zu G+J Gruner+Jahr und damit zum Bertelsmann-Konzern gehört.
Die Future Trends wurden durch „G+J Media Sales“

Kinder, .kinder, kids

Wer die Domain http://www.nic.kinder/ anwählt, erkennt nach einer Sekunde, was er da sieht: die Marketingseite eines bekannten Herstellers von (Kinder-)Süßwaren. Wem das spanisch vorkommt, sei versichert, es geht mit offiziellen rechten Dingen zu. kinderzone
Der Luxemburger Ableger des italienischen Konzerns Ferrero hat die neue TLD (top-level-domain) .kinder „gekauft“; siehe Meldung hier. Und dieser allein bestimmt, wer eine Domain der Form www.irgendwas.kinder nutzen darf, laut „Registration Eligibility – … limited to Ferrero“, siehe hier.
Während der Deutsche Kinderschutzbund weiterhin gegen die Nutzung der TLD argumentiert, wird die Verbraucherzentrale Bundesverband abwartend zitiert:
„ … erst einmal per se keine Irreführung. Wir müssten uns dann anschauen, was auf den konkreten Webseiten tatsächlich passiert.“
Noch scheint die Marke „kinder“ jedenfalls im englischen Sprachraum