SnomedCT et al. – Verwirrung

Schon mal was von „SnomedCT“ gehört? „Was bitte?“- werden die allermeisten, auch aus der Gesundheitsbranche, zurückfragen. Und auf den Tipp hin, das habe mit medizinischer Terminologie zu tun, erstaunt antworten: „Ja, der ICD sagt mir was, aber?“ Nun, etwas vereinfacht, der ICD als Diagnosekatalog verschlagwortet bzw. ordnet bekanntermaßen einzelne, man ahnt es, Diagnosen bestimmten Ziffern zu. So steht „K40.01“ für eine doppelseitige, rezidivierende Hernia inguinalis (vulgo Leistenbruch) mit Einklemmung und ohne Gangrän.
Diese „Wort-für-Wort“-Kodierung deckt allerdings nicht die Sinnzusammenhänge ab, z.B. in Arztbriefen; so kann „HWI“ gleichermaßen für einen Harnwegsinfekt oder ein Hinterwandinfarkt stehen. Einer automatischen Extrahierung bzw. Erkennung und Austauschbarkeit stehen solcherlei Stolpersteine natürlich im Wege – und genau diese Hürde zu nehmen ist das Ziel von SnomedCT (Systematisierte Nomenklatur der Medizin – Clinical Terms). Mehr Infos hier.

SnomedCT wird seit mehr als 15 Jahren international eingesetzt, der deutsche Sprachraum hinkt allerdings bisher deutlich hinterher. Ein Grund dafür mag auch ein für Außenstehende wenig verständlicher Rechtsstreit sein: Eine bereits vor fast 40(!) Jahren

Online geht was

Die Corona-Krise befeuert augenscheinlich die Digitalisierung. Home-Office allerorten, das Bezahlen mit EC-Kontaktkarte auch bei Kleinbeträgen und manch anderes klang in Deutschland noch vor einem Jahr wie Science-Ficton. Auch im Gesundheitsbereich breiten sich Online-Modelle immer mehr aus. Die AU per Telefon stellt nur eine eher untypische Facette dar, der Zug scheint in Richtung Online-Vollversorgung zu fahren. Dabei kommt es aber auch manchmal zu Startschwierigkeiten. Ein Beispiel mag die Posse um das ehemalige Start-Up teleclinic.de sein.
Das Unternehmen wurde 2020 vom nach eigenen Angaben europäischen Marktführer „Zur Rose“ (u. a. Mutter von DocMorris) für einen „mittleren zweistelligen Millionenbetrag“ übernommen. Der Kaufpreis scheint nicht das Problem, angeblich schwimmen die Schweizer in Geld: [Zur Rose:] Hammer-Zahlen. Geld regiert die WeltEs gab allerdings massiven Ärger um das Einlösen der Rezepte in „herkömmlichen“ Offline-Apotheken. Interessanterweise sucht man den Hinweis auf die Mutterfirma in der Selbstdarstellung der TeleClinic vergeblich – warum auch immer (ich habe jedenfalls nichts gefunden …)
Ohne knirschende Geräusche

Corona Fake Lösung

Meinungsfreiheit und wissenschaftliche Freiheit und Ungewissheit hin oder her: was teilweise in Sachen Corona im Internet verzapft wird, geht auf keine Kuhhaut mehr. Ist die „Lösung“ mal wieder jenseits des Atlantiks in den USA zu finden?

Corona Eclipse

Die Rgierungsbehörde „National Telecommunications and Information Administration“ (NTIA) möchte in Zusammenarbeit mit der Food and Drug Administration (FDA) Domain-Namen abschalten, die den ungeschützten Markt von Schmerzmitteln befeuern. Eine dreimonatige Test-Phase bindet den Registrar VeriSign ein, der die Domains auf ‚com‘ und ’net‘ verwaltet, sowie Public Interest Registry für ‚org‘. Die FDA übernimmt die Aufgabe des „trusted notifier“, der die genannten Organisationen auf (vermeintlich) rechtswidrige Angebote hinweist. Diese sind aufgefordert, eine inkriminierte Domain „freiwillig“ zu sperren oder „on hold“ zu stellen.

Eine gerichtliche Überprüfung findet ausdrücklich nicht

Geld ohne Ende

Da sage noch einer, im deutschen Gesundheitswesen fehle es am Geld. Während viele Patienten, Ärzte und Krankenhäuser das ungute und leider nicht selten berechtigte Gefühl haben, dass bei ihnen zu wenig ankommt, berichten einige Mitspieler von fließenden Geldquellen. Zwei aktuelle Beispiele: das Berlin-Münchnerische „Start-Up“ MEDICAL ONE www.medical-one.de erhält „genügend Mittel, das weitere Wachstum und die Internationalisierung in den nächsten Jahren zu finanzieren.“ Summen werden wie zumeist üblich nicht genannt, es wird allerdings über einen zweistelligen Millionenbetrag gemunkelt. Als Investoren sind bekannt: Earlybird und www.sts-ventures.de. Zeitgleich tritt mit Tim Nilsson ein neuer CEO an (hing das eine vom anderen ab? Da läßt sich viel spekulieren).

Kleingeld

Medical One betreibt eine Klinikinfrastruktur für plastische und ästhetische Chirurgie. Siehe auch unsere frühere Meldung dazu.

Genügend Kleingeld in der Kasse hat nun hoffentlich auch KRY, der nach eigenen Worten „europäische Marktführer im Bereich digitaler Arztbesuche“. Runde 140 Millionen Euro sollen die „ehrgeizigen Wachstumspläne in Europa beschleunigen“, Ziel sind „neue Märkte und Millionen weitere Patienten innerhalb des aufkommenden Megatrends“ (so der Marketingsprech).

Jetzt zuschlagen – markige Domains

Ja es gibt sie noch: knackige marketingaffine Domains. Aus diversen Projekten, die nicht (mehr) weiter verfolgt werden, verfügen PharmaFlash bzw. unsere Partnerunternehmen über einige de-Domains, die nun zum Verkauf anstehen.

knackige Domains

Darunter sind sogar einige mit nur drei Buchstaben, die oft als besonders interessant eingeschätzt werden. Hier die Liste in alphabetischer Reihenfolge:

 

 
bell-active.de
bellactiv.de
bellactive.de
bewertungsampel.de
bewertungsradar.de
biobahn.de
filler-forum.de
fillerforum.de
filler-kaufen.de
jqm.de
plus123.de
qjy.de
schuldenradar.de
uut.de
vjq.de
xjq.de

Ist etwas für Sie dabei? Bitte nehmen Sie unverbindlich Kontakt auf unter ‚info@pharmaflash.de‘

Erst gekauft, dann abgestraft – Ärzte zahlen drauf

Was es alles so gibt! – die folgende Geschichte lässt am gesunden Menschenverstand einiger Mitspieler im deutschen Gesundheitsmarkt zweifeln. Ende letzten Jahres erreichte uns eine Pressemitteilung des (nach eigenen Angaben) marktführenden Arzt-Bewertungsportals Jameda – mal wieder eine, dort verfügt man über eine gut geölte PR-Abteilung. Nun sind diese News wahrlich nicht immer einer PharmaFlash-Meldung wert, diese allerdings gibt doch zumindest zum Nachdenken Anlass.
Jameda vermeldete, kurz gesagt, 18 Ärzte wegen gekaufter positiver Bewertungen abgemahnt, diese Fakes (natürlich) gelöscht zu haben und – durchaus konseqent rigoros – diese Tatsache auch auf den betroffenen Profilen ausdrücklich offengelegt zu haben.

Das ist nicht echt

So weit, so gut – das ist Jamedas gutes Recht. Was aber das besondere daran ist, drei dieser Dienstleister wurden namentlich genannt, nämlich GoldStar Marketing, Fivestar Marketing und die Bewertungs-Fabrik.

Und damit beginnt das eigentlich kaum zu glaubende: ein Blick in das Impressum dieser drei enthüllt, dass diese in Malta, Belize und auf Zypern sitzen. Man sollte doch meinen, dass bei dieser Tatsache die Alarmglocken klingen und alle roten Lämpchen angehen. Wir unterstellen keinem dieser Unternehmen Unseriosität oder gar halblegale Geschäftspraktiken. Allerdings,