Neues und Altes

Nicht jede Meldung, egal ob online oder Print, verfügt über einen hohen Neuigkeitswert; das ist eine Binsenweisheit. Heute fiel dem PharmaFlash-Redakteur eine (Vorab-)Meldung des „Männer-Lifestylemagazins“ Men’s Health zu seiner Ausgabe vom 12.01.2011 auf: „Gesundheitscheck im Internet unzuverlässig„.
Das ist nun eigentlich nichts Neues, besonders der Bezug auf eine Studie von 2005-2007 ist im Online-Zeitalter etwas überraschend; diese wurde bereits 2008 im Dt. Ärzteblatt vorgestellt. Der aktuelle Bezug dann aber doch: „Mittlerweile dürfte die Zahl (derjenigen, die bei Beschwerden zuerst im Netz nachschlagen, damals 57% – die Red.) weiter gestiegen sein“, wird Studienleiter Prof. Prokosch aus Erlangen zitiert. Im Beitrag folgen die Präsentation einer einschlägige Untersuchung zu Gesundheitsportalen der Stiftung Warentest aus dem vergangenen Jahr und die Meinung eines Klinikers zum Thema.

Falsche Praxis-Homepage aus dem Nichts

Es ist gut und selbstverständlich, wenn Ärzte eine Praxis-Homepage haben. Weniger gut ist, wenn diese keine nennenswerten Inhalte hat; ganz schlecht, wenn die Infos falsch sind. Und mehr als schlecht und dazu ärgerlich sowie gefährlich, wenn der Arzt gar nicht weiß, was da im Netz über ihn auf seiner „eigenen“(?) Homepage steht, weil er sie gar nicht kennt oder beaufragt hat.
Sowas gibt es nicht? Der Schreiber dieser Zeilen musste das Gegenteil am eigenen Leib erfahren: Unter www.arztpraxis.biz/praxis-dr-gehrke/ steht „seine“ Seite frei im Netz. Mit schlichtweg falschen Angaben (kein Allgemeinarzt, nicht niedergelassen) und der Privatanschrift. Was sich der Betreiber, die Promeus AG aus Gröbenzell am Stadtrand Münchens dabei gedacht hat, wird gerade schriflich angefragt.
PharmaFlash wird weiter berichten.

Nachtrag am 26. Jan. 2011: Seite nun offline, hier ein Screenshot der ehemaligen Seite und dazu die aktuelle Meldung).

 

Wenn Juristen nachdenken

PharmaFlash hatte den richtigen Riecher. Vor 18 Monaten berichteten wir darüber (siehe hier), dass Juristen unverständlicherweise in diversen Gutachten Bedenken gegen viele Ärzte-Domains hegen. Angeblich stellten nämlich Adressen wie „hautarzt-xystadt.de“ oder „kinderpraxis-an-der-apotheke.de“ nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) eine Spitzenstellungsbehauptung – das ist tatsächlich der juristische Fachterminus – dar („Ich bin der einzige Hautarzt in XY-Stadt“); das täusche die Nutzer und sei verboten.
Schon damals war das dem gesunden Menschenverstand kaum zu vermitteln, zu dieser Erkenntnis kam in einem jetzt bekannt gewordenen Urteil auch das OLG Hamm. Sinngemäßes Zitat: … die bloße Verknüpfung eines Gattungsbegriffs mit einem Ortsnamen (bedeutet noch) keine Spitzenstellungsbehauptung …
Also kein Handlungsbedarf.

Die Nase findet den Arzt

Noch schnell ein Geschenk für den Arzt oder Apotheker? Es soll noch welche geben, die nicht mit einem iPhone, SmartPhone und wie sie alle heißen online unterwegs sind. Das nicht repräsentative Bauchgefühl der PharmaFlash-Redaktion sagt, das höchstens ein Drittel dieser Zielgruppe die neue Technik bisher nutzt. Aber auch bei heute fast vergessenen Innovationen wie Internet und E-Mail waren die Heilberufler nicht die schnellsten – und haben dann fix aufgeholt.
Die Nutzer sind schon da: Das App zur mobilen Arztsuche und -bewertung gibt es längst hier. Und sehr angesagt in diesen Schneetagen: Die Möglichkeit, das Gerät mit der Nase statt mit den Handschuhfingern zu bedienen, auch.

Fortbildung ohne Ende

Eine Anzeige im aktuellen Dt. Ärzteblatt macht auf die „weltweit größte“ Fach-Community zur medizinischen Fort- und Weiterbildung aufmerksamnter dem Dach der Wefra-Gruppe entsteht seit einigerZeit www.my-medical-education.com. Mit Superlativen zu werben ist immer so eine Sache, da schwierig zu überprüfen und möglicherweise angreifbar.
So oder so scheint aber das Thema Weiterbildung für Agenturen und Dienstleister diverser Couleur sehr interessant, wie auch das hier vor einigen Tagen vorgestellte docampus zeigt. Ein Hintergrund könnte sein, dass nach den niedergelassenen (Kassen-)Ärzten auch die Klinikärzte ihre Punkte nachweisen müssen und das Erreichen der Ziele im auch online verfügbaren Qualitätsbericht nachgewiesen werden muss. Es macht sich nicht optimal, wenn Krankenhäuser zugeben müssen, dass z.B. nur die Hälfte der Ärzte genügend CME-Punkte gesammelt haben. Da besteht oft dringender Bedarf – gut für die genannten Portale.

Was kostet die Welt?

Naja, nicht die ganze, sondern nur ein kleiner, dazu ziemlich unerwünschter Teil der Welt: Die Domain www.hämorrhoiden.de (mit ä) wurde gemäß einem einschlägigen Branchenbrief für 19.472,- Euro verkauft. Das ist im Vergleich zu sonstigen Verkäufen dieser Art ziemlich viel, der krumme Betrag rührt wohl von einer Währungsumrechnung her. Der Käufer, die KPDM GmbH aus Hamburg, ein „Full-Service Lohnhersteller und Marketing-Experten für Nahrungsergänzungsmittel“ hat aber noch keine Inhalte eingestellt. Man darf gespannt sein.
Die herkömmliche Adresse haemorrhoiden.de betreibt eine Domain-Händler aus Luxemburg, sie steht zum Verkauf. Dass diese WWW-Adressen in der Tat nicht ganz wertlos sein dürften, zeigen die existierenden Vertipper-Domains wie hemorrhoiden.de oder haemorhoiden.de. Mit solchen Adressen versuchen oft „Trittbrett“-Fahrer vom Interesse des Surfers zu profitieren.