Preisgewinnende Telemedizin – doch die Verpackung ist nicht gut genug

Der Telemedizin wird eine große Zukunft vorausgesagt – bessere Versorgung bei günstigeren Kosten. Diese Versprechungen der Industrie – seit mehr als 10 Jahren ständig wiederholt – müssen allerdings erst einmal alltagstauglich umgesetzt werden. Und das ist nicht so einfach, wie auch ein aktuelles Beispiel verdeutlicht. Das Produkt hLine-Online.com erhielt nun den Innovationspreis der Initiative Mittelstand in der Kategorie E-Health anlässlich der gerade vergangenen CeBIT aus 4.900 (!?) Bewerbern.

Telemedizin ist nicht genug

Telemedizin ist nicht genug

Der Anbieter HMM verspricht einen „leicht verständlichen Zugang zu einer privaten Gesundheitsakte. Hier können sowohl gesunde, fitnessbewusste Menschen Gewicht und Bewegung, als auch Blutdruck- oder Blutzuckerpatienten ihre medizinisch relevanten Vitalwerte aufzeichnen. Je nach Lebenssituation lassen sich diese Werte tabellarisch und grafisch im Zusammenhang darstellen und an einen Arzt, einen Pflegedienst oder an Angehörige übersenden.“
Das Angebot mag bestimmt gut sein, dass will und kann man von hier aus gar nicht beurteilen – es kommt aber nicht gut rüber auf der Website. Auch nach ausgiebigem, mehrmaligen Durchklicken hat es noch nicht „Klick“ gemacht (jeder kann es selbst versuchen): Worum geht es überhaupt und wie wird das erreicht? Was wird verkauft zu welchem Preis? Wer braucht das und was muss der Interessent jetzt tun?
Nochmal: das Produkt mag o.k. sein, seine Präsentation ist aber suboptimal. Damit teilt hline-online das Schicksal (fast) aller vieler Telemedizin-Angebote sein: Inhalt top, Verpackung Flop. Damit kommt man aber nicht raus aus der Nische; Telemedizin bleibt eine Insel.

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